Ihr Experte für heimische Obstbäume – Hoch- und Mittelstammbäume

Als Ihr Experte für heimische Obstbäume – Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge und andere. Wir bieten kompetente Beratung rund um gesunde Bio-Obstbäume. Spezialisiert haben sich Alois «Wisi» Walser und Andreas Guntli auf den Baumschnitt von Hoch-, Mittel- und Niederstammbäumen.

Wir helfen Ihnen gerne bei
– der Auswahl des Obstbaumes
– der Bestimmung des richtige Standortes
– Baumschnitt von Hoch-, Mittel- und Niederstammbäumen
– der Pflanzung und Pflege
– der Veredelung bestehender Obstbäume (Ihr Baum wird mit Ästen eines anderen Baumes veredelt)


Für ein optimales Wachstum und hohe Erträge muss ein Apfelbaum regelmäßig geschnitten werden. Doch was ist beim Schneiden von Apfelbäume zu beachten?

Um eine optimale Versorgung des Baumes sicherzustellen, ist es wichtig, einen Apfelbaum im eigenen Garten oder auf der Streuobstwiese richtig zu schneiden. Beobachtet man den Wuchs des Apfelbaumes (Malus), so kann man gut erkennen, dass sich die Blätter vor allem an einjährigen Trieben bilden und diese somit die energetische Versorgung des Baumes sicherstellen. Ab dem zweiten Jahr können sich dann an diesen Trieben auch Blütenknospen ausbilden.

Apfelbaum schneiden: Der richtige Zeitpunkt für Mittel- und Hochstammbäume

Es hat sich herausgestellt, dass es Apfelbäumen am besten bekommt, wenn sie im Winter (Dezember bis März) oder im Sommer (Juni bis August) geschnitten werden. Wann welcher Schnitt sich bei Apfelbäumen bewährt, betrachten wir im Folgenden genauer.

Apfelbaum im Sommer schneiden

Apfelbäume sind auf eine Unterlage (Wurzelstock) veredelt. Die Unterlage bestimmt die Wuchseigenschaften im wesentlichen Maße. Diese Unterlagen haben meist die Bezeichnungen M9, M27, usw. Handelt es sich nun bei der Unterlage des Apfelbaumes um eine starkwachsende, so kann gut auf den Sommerschnitt zurückgegriffen werden. Wie wir schon gelernt haben, wird damit ein wesentlicher Teil an Photosynthesefläche genommen und somit die Versorgung mit wichtigen Stoffen für das Wachstum des Baumes eingedämmt. Die Wunden verheilen bei einem Sommerschnitt schnell. Allerdings muss man ein geübtes Auge haben, um am voll belaubten Baum im Sommer die richtigen Schnitte zu setzen.
Astschnitt mit Schere

Apfelbaum im Winter schneiden

Beim Winterschnitt von Dezember bis März hat man dank der fehlenden Belaubung einen guten Überblick, welche Äste optimiert werden müssen. Auch stellt der mögliche Frost zu dieser Zeit kein wesentliches Argument gegen den Winterschnitt dar. In der Regel kommt es bei Temperaturen bis -5°C nicht zu Frostschäden. Allerdings kann der Baum nach dem Winterschnitt seine ganze Energie in den Neuaustrieb stecken. Das kann dazu führen, dass sich viele neue Triebe ausbilden, einige Äste durchschießen und der Baum voller als zuvor wirkt. Dann muss direkt im Sommer nachgeschnitten werden, um mit einem gekonnten Sommerschnitt das Wachstum auszubremsen.
Hochstammbaum

Apfelbaum schneiden: Anleitung in 8 Schritten vom Experten für heimische Obstbäume

Nun wissen wir, wann die heimischen Obstbäume am besten geschnitten werden sollten. Doch wie geht man beim Schneiden des Baumes vor? Welche Äste sollen weichen? Hier gibt es Antworten auf die wichtigen Fragen für den optimalen Apfelbaumschnitt.

  • Sommer- oder Winterschnitt?
    • Stark wachsende Sorten im Sommer schneiden.
    • Schwach wachsende Sorten eher im Winter schneiden.
    • Bei zu starkem Winterschnitt im Sommer nachschneiden.
  • Auswahl des richtigen Werkzeuges
    • Falsches Werkzeug beim Schneiden kann dem Baum eher schaden als nützen. In jedem Fall hat das Schnittwerkzeug scharf zu sein und es muss vor Gebrauch desinfiziert werden (z.B. mit Bunsenbrenner). Dazu eignen sich je nach Astdicke Baumschere (x.B. Felco 6), Astsäge und Teleskopsäge für den schonenden Apfelbaumschnitt. Als Experte für heimische Obstbäume empfehlen wir die Produkte von Felco.
      Felco 6 Felco Sage 600
  • Auswahl wichtiger Leittriebe
    • Um dem Baum eine grundlegende Form zu geben, müssen sogenannte Leittriebe bestimmt werden. Hierfür eignen sich Äste, die weder zu steil noch zu waagerecht wachsen, gesund und ohne Beschädigungen sind.
  • Äste, die in jedem Fall weichen sollten
    • Zunächst ist nach toten oder kranken Ästen Ausschau zu halten – diese müssen in jedem Fall weichen.
    • Gerade nach oben schießende aber auch ins Innere der Baumkrone hineinwachsende Äste können ebenfalls größtenteils weichen.

  • Pflanzschnitt direkt nach dem Pflanzen
    • Wichtig, um Verhältnis zwischen deutlich verringertem Wurzelwerk (durch das Ausstechen) und austreibender Krone herzustellen.
    • Einen klaren Haupttrieb herausstellen. Alle konkurrierenden, steil nach oben gehenden Äste herausschneiden. So kann eine geteilte Krone vermieden werden.
    • Äste einkürzen und Verzweigung fördern.
  • Erziehungsschnitt eines jungen Apfelbaumes (bis ca. 10 Jahre)
    • Steil nach oben oder unten zeigende Triebe herausschneiden.
    • Nach innen wachsende Triebe meistens entfernen.
    • Gering verzweigte Triebe einkürzen.
    • Leitäste bestimmen.
    • Leitäste selbst einkürzen, von ihnen abgehende Seitentriebe jedoch nach Möglichkeit nicht einkürzen.
  • Erhaltungsschnitt eines älteren Apfelbaumes (ab ca. 10 Jahren)
    • Steil nach oben treibende Äste stets entfernen.
    • Nach innen wachsende Triebe meistens entfernen.
    • Tote Äste erkennen und herausschneiden.
    • In der Krone auch stärkere Äste entfernen, wenn diese zu dicht wird und zu wenig Licht an die Früchte kommt.
    • Alte Äste, die weder versorgende Blätter noch reichlich Früchte tragen können zu Gunsten jüngerer Äste weichen. Am besten im Zuge eines Sommerschnittes ausmachen und herausschneiden.
  • Wichtigster Punkt
    • Den Apfelbaum nach dem Schnitt beobachten.
    • So kann man Schlüsse für den nächsten Schnitt ziehen. Die Entscheidung, ob ein Ast weichen muss oder bleien darf, fällt zunehmend leichter.

Als Ihr Experte für heimische Obstbäume wünschen wir Ihnen gutes Gelingen!